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Leonhard Rettenwender

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Geburt:
13.06.1941
Tot:
28.08.2020
Burial Datum:
01.10.2020
Kategorien:
Bergsteiger
Nationalitäten:
 österreicher
Friedhof:
Kommunalfriedhof der Stadt Salzburg (Zalcburgas Komunālie kapi)

Biographie von Leonhard Rettenwender (Filzmoos, * 13.06.1941 - † Stadt Salzburg, 28.08.2020)

Ehemaliger Franziskaner mit festen ethischen Regeln

Er war ein leidenschaftlicher und ausdauernder Bergwanderer, sowie ein Freikletterer (Schwierigkeitsgrad 3 -4).                      Einge Aussagen von Bergkamerad Peter Siegfried Krug zum Tod: "Wir gingen zusammen auf dem Watzmann und durchwanderten den Untersberg in alle Himmelsrichtungen. Leonhard war ein ausdauernder Wanderer. Wir standen schon sehr früh morgens auf und marschierten 8 - 10 Stunden pro Tag. Regelmäßig, jeden Tag, auch im Winter! Ich bin traurig. Er war damals ein ruhiger, aber sehr angenehmer Mensch."                                                                                                                     "Leonhard Rettenwender war in seiner Vergangenheit ein Franziskaner. Er tritt aus dem Kloster aus und behauptete von sich, dass er jetzt erst richtig ein Franziskaner ist. Leonhard lebte zeitlebens ein Leben eines Mönches. Er war nie verheiratet und hatte auch keine eigenen Kinder. Das Prinzip des Nichtverletzens in Wort und Tat lebte und verwirklichte er in einer Zeitspanne von über 70 Jahre. Meine Trauer ist groß."                                                                                                           Seine Lebensgeschichte:
  Eines Tages ist Leonhard Rettenwender zu Fuß allein von Filzmoos in die Stadt Salzburg marschiert. Das ist eine Strecke von über 70 km. In Salzburg wurde er Franziskaner und trat in den Orden ein. Als er sich mit Karl Marx "Das Kapital" beschäftigte, bekam er Schwierigkeiten mit den Obrigkeiten. Nachdem er sah, dass die Franziskaner jeden Tag abends mit dem Fernseher verbrachten, wurde er desillusioniert und sah den Orden als reine Männerwohngemeinschaft an. Enttäuscht verließ er das Franziskanerkloster, und fand eine Arbeit in Siezenheim bei den Bauer Loibl in der Dorfstraße und schlief dort im Stall - unweit der Pfarrkirche Siezenheim. Dieses Bauernhaus wurde später abgerissen. Es war neben der Brückenstraße.

Die darauf folgenden Jahren lebte er ein ungesundes Leben, rauchte und ging abends viel fort. Er war bereits um die 50 Jahre alt, als sein Arzt ihm sagte, wenn er so ungesund weiterlebt, dann wird er nicht mehr lange leben. Darauf wechselte er seinen Lebensstil und ging sehr viel in die Berge. Er hörte konsequent mit dem Rauchen auf. Leonhard Rettenwender wurde ein erfahrener Bergsteiger, Bergwanderer und kletterte gerne ohne Seilabsicherung. Sein Gesicht, Hände und Arme waren von den Bergen dunkel -braun gebrannt. Gerne zeigte er andere ein Passfoto von sich, wie blass er damals war und wie sehr er sich durch die zahlreichen Bertouren im Gesicht positiv verändert hatte. Dieses Foto trug er ständig in seiner Brieftasche als Beweis, wie außergewöhnlich er sich von seiner Gesichtserscheinung verändert hatte. Meistens war er alleine in den Bergen unterwegs. In seinen Rucksack war das allernötigste: Sonnenbrille, Banane, ein Pullover, für den Fall eines Temperatursturzes und eine Flasche gefüllt mit Tee, die er gerne bei Quellen mit Wasser nachfüllte. Die Berge erreichte er mit dem Zug.                                                                                                                                                        Nach einer gewissen Zeit der Arbeitslosigkeit fand er eine sichere Arbeitstelle. Er arbeitete viele Jahre lang im "Das Kino" in der Stadt Salzburg als Kinovorführer. Eine Zeit war er für die Bergfilme und Dokummentarfilme in diesem Kino zuständig und war in seiner Arbeit sehr erfolgreich. Dr. Michael Bilic war sein Chef. 1993, als der Spielfilm Jurassic Park vom Regisseur Steven Spielberg im Elmo Kino uraufgeführt wurde, schaute sich Leonhard Rettenwender gemeinsam mit Nadia Cipriani diesen Film im Elmo Kino im Kinosaal 1 (der größte Saal im Elmokino) an. Im Alter von 53 Jahren war Leonhard Rettenwender noch mehr, oder weniger gesund.                               
Nach seinen Schlaganfällen                                                                                                                                               Seine letzten Jahre verbrachte Leonhard Rettenwender im Salzburger Seniorenheim Bolaring in der Peter-Pfenninger-Straße 27. In der Nähe befindet sich der Europark Salzburg. In seinem kleinen Zimmer (Zimmernummer 205) hingen einige Landschaftsbilder, die er selbst gemalt hat.  Er hatte mehrere Schlaganfälle und war zum Schluss auf die volle Hilfe des Pflegepersonals angewiesen, da er vom Bett in den Rollstuhl und vom Rollstuhl ins Bett gebracht werden musste. Leonhard Rettenwender war an seinem Lebensende so gelähmt, dass er den Rollstuhl nicht selbst bedienen konnte.
Die erste Zeit im Seniorenwohnhaus war für Leonhard Rettenwender schwierig. Er wurde depressiv und erhielt psychologische Betreuung. Ab und zu erhielt er Besuch im Seniorenwohnhaus. Zu Besuch kamen außer seine Verwandten auch seine Kinovorführerkollegen vom "Das Kino", sowie Lucia Nadia Cipriani. Mit dem Pflegepersonal war er sehr zufrieden. Leonhard Rettenwender hatte noch bis kurz vor seinem Tod Französisch gelernt. Er war bis wenige Monate vor dem Tod geistig klar und konnte sich an die Namen und Begebenheiten der Vergangenheit gut erinnern. 2020 verstarb er im Alter von 79 Jahren. Er wurde im Kommunalfriedhof Salzburg begraben. Das Salzburg - Seniorenwohnhaus Bolaring wurde am 1. Juni 2022 wegen zu wenig Pflegepersonal und gestiegener Pflegebedarf geschlossen.

Zu den hochgeladenen Fotos

Erstes Bild zeigt ein Schild mit seinem Geburtsnamen und seiner Zimmer -nummer, das vor seinem winzig -kleinen Zimmer neben der Tür im ehemaligen Seniorenwohnhaus Bolaring war. Aufnahmedatum: Sonntag, 23. April 2017. Zeit: 16:56              Kamera NIKON COOLPIX A900 ƒ/4,5, 1/10, 11,6 mm, ISO 400

Zweites Bild zeigt Lucia Nadia Cipriani mit Leonhard Rettenwender in seinem Zimmer im ehemaligen städtischen Seniorenwohnhaus Bolaring in Salzburg. Lucia Nadia Cipriani kannte Leonhard über viele Jahrzehnte. Leonhard besuchte sie öfter in Siezenheim, Brückenstraße 55. Heute heißt die Adresse Brückenstraße 1 und im Haus befindet sich das Modegeschäft "Style by Bettina" von Bettina Schierl und der Fashionfriseur Anna Kolb. Oft marschierte Leonhard, anstatt öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen zu Fuß von der Stadt Salzburg nach Siezenheim zum Haus "Style by Bettina". Und spät abends wieder zurück von Siezenheim in die Stadt Salzburg. Datum der Bildaufnahme: Sonntag, 23. April 2017. Zeit: 17:14  Kamera NIKON COOLPIX A900 

Sein Grab befindet sich auf dem Kommunalfriedhof der Stadt Salzburg:
Gruppe:050   Reihe:00   Ordnung:0   Grabnummer:050-051   

 

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