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Gerald Sladek

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Geburt:
05.09.1931
Tot:
18.07.2022
Burial Datum:
29.07.2022
Kategorien:
Schachspieler
Nationalitäten:
 österreicher
Friedhof:
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Gerald Werner Sladek (* Linz, Saturday 05.09.1931  -  † Monday, 18.07.2022)

Important Austrian chess composer of orthodox moremover problems (direct mate)

His compositional style: Sladek cultivated an epigrammatic-calligraphic, enigmatic style and was attached to the logical chess problem.
This means few white pieces and preferably no white pawns. The idea of his chess problems was usually very hidden and often associated with sacrifice and chess provocation.

Words by Grandmaster Camillo Gamnitzer translated into English by Peter Siegfried Krug:                                                Seven weeks before his 91st birthday, the doyen and doyen of Linz problem solvers, an important Austrian exponent of the logical new German multi-move game, was called away from this world. Having lived in Linz since childhood, the native of Ybbs an der Donau had early contact with the royal game and discovered the fascination of the chess problem in 1955. In the two decades that followed, he created the bulk of a qualitatively significant oeuvre with around one hundred compositions of captivating strategic depth and beauty of form. At the same time, as a member of the Linz SK-VOEST chess club, he made a good name for himself as a tournament player. Gerald Sladek earned special merits not least for his journalistic propagation of the solid art of direct mating; for almost half a century he was in charge of the problem section of the "Oberösterreichische Nachrichten" with great commitment and enthusiasm, which Werner Schmoll has meritoriously continued since 2012. In 1991, at the friendly suggestion of (GM) Camillo Gamnitzer and Werner Schmoll, Gerald Sladek started a comeback as a composer, the results of which round off his oeuvre in a worthy manner.

With Camillo Gamnitzer (GM), whom he had won over to the profession in 1970/71, he had, among other things, a pronounced close relationship to music, especially that of Anton Bruckner, and the doyen was also an avowed lover of contemporary visual art. His award-winning, masterful work is rightly appreciated far beyond his homeland and at the same time secures Gerald a permanent place among the most important problem artists that Austria has ever produced.

    Family/occupation:

Until his retirement in the mid-1980s, the married father of one son, Wolfgang Sladek was employed at the Voestalpine plant in Linz - initially as a materials inspector, later as a magazine manager. He is survived by his wife Maria Sladek. He also had a daughter-in-law called Brigitte.

His wife Maria Sladek said: "We shared so many interests - whether it was fine art, music or the history of Linz: my husband was passionate about so many things. Most of all, of course, for chess."

Gerald Sladek lived in Linz, Upper Austria. Werndlstraße 31 A - 4020 Linz

"When the strength ran out, it wasn't a death, but redemption from the chess player, chess composer, editor and father Gerald Sladek."

     Cemetery:

St Barbara's Cemetery in Linz

Burial: On Friday, 29 July 2022 at 13.00 noon at St. Barbara Cemetery in Linz.

Gerald Sladek (1931–2022) war ein renommierter österreichischer Schachkomponist und Redakteur aus Linz. Er galt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des österreichischen Kunstschachs.  

 Leben und Wirken

  • Schachkomposition: Er schuf rund 150 Mattaufgaben, die vor allem im „Grazer Stil“ (komplexe Mehrzüger mit logischem Tiefgang) gehalten waren und vielfach international ausgezeichnet wurden.
  • Redaktionelle Tätigkeit: Sladek leitete jahrzehntelang die Problem-Schachspalten in verschiedenen Medien.
  • Beruf: Beruflich war er bis zu seinem Ruhestand Mitte der 1980er Jahre bei der VOEST in Linz tätig, zuletzt als Magazinleiter.
  • Engagement: Er war Mitbegründer der Linzer Kunstschachgemeinde und langjähriges Mitglied 
  •   Persönliches Sladek verstarb im Juli 2022 im Alter von 90 Jahren. Neben dem Schachsport galt seine Leidenschaft der Musik (insbesondere Anton Bruckner), der bildenden Kunst sowie der Stadtgeschichte von Linz. 

     About him 

"Gerald Sladek, the composer of many wonderful problems, mainly moremovers, passed away on 18 July 2022."         Richard Dobiáš

"Am 5. September 2022 hätte Gerald Sladek den 91er gefeiert, doch die Last der Jahre und die spitalärztlich nicht mehr bewältigbaren Folgen einer Corona-Infektion haben ihn aus unserer Mitte genommen. Als Mitgründer der Linzer Kunstschachgemeinde und Schöpfer von rund 150 mehrheitlich ausgezeichneten, durchwegs im Grazer Stil gehaltenen Mattaufgaben beachtlicher Tiefe hat sich Gerald auch als Problemspaltenleiter in verschiedenen österreichischen Printmedien bleibend um die Verbreitung des Metiers verdient gemacht. Ehrendes, dankbares Andenken ist dem Freund und Nestor hierorts und über Landesgrenzen hinaus gewiss."  Camillo Gamnitzer ( Heft 317, Oktober 2022, Die Schwalbe)

In Linz, wo still die Donau zieht, wo Bruckners Klang die Räume füllt, da wirkte einer, dessen Lied aus Logik, Opfermut und Bild des Schachbretts seine Form gewann — ein Meister, der verzaubern kann.

Gerald Sladek, scharf im Sinn, ein Hüter reiner Denkgestalten, der früh im Rätsel seinen Sinn gefunden hat, um festzuhalten, was nur der starke Spieler sieht, wenn Weiß ins Dunkel vorwärts zieht.

Er liebte Züge, die versteckt wie feine Fäden leise weben, ein Schlüsselzug, der kaum entdeckt, ein Opfer, das den Plan erhebt. Provokationen schwarz entfacht, bis Weiß die Dame selbst gebracht ins Opferfeuer — kühn, bedacht — und so das Matt zur Blüte macht.

Mit wenig Holz, mit klarer Hand, mit kaum einem Bauern je, erschuf er eine eigne Wand von Rätseln, tief wie stilles Weh. Epigrammatisch, kalligraphisch, ein Stil so rein wie hier nur selten, ein Denken, das fast hieratisch die Schönheit ließ im Innern gelten.

Ein Doyen war er, ein stiller Freund, ein Meister des „Grazer Stils“, der Logik, die sich spät vereint und erst im letzten Zuge spielt. Ein Künstler, dessen Werk besteht, wenn vieles längst im Wind verweht.

Fast fünfzig Jahre trug er dann die Schachspalte mit Herz und Pflicht, ein Diener dessen, was er kann: die Kunst des Matts im klaren Licht. Und Gamnitzer, sein Weggefährte, sprach Worte, die noch heute klingen, von Tiefe, Form und jener Stärke, die nur die wahren Meister bringen.

Als schließlich seine Kräfte schwanden, war’s keine Nacht, kein hartes End’, es war Erlösung, die ihn fanden, ein leiser Schritt, ein stiller Freund. In St. Barbara ruht er nun, wo Linz ihm seine Heimat gab, und wer sein Werk je sah, wird tun, was Dankbarkeit im Herzen hat.

Gerald Sladek — klar und tief, ein Künstler, der die Denker rief.

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I. Der Herbst beginnt

Es neigt sich still der Kunstbaum sacht, der einst in voller Krone lacht. Nun färbt der Herbst die Zweige schwer, die Blätter dünnen mehr und mehr. Wo früher hundert Stimmen klangen, hört man nur fern ein letztes Bangen. Die Luft wird kühl, der Wind wird rau — der Problemschachbaum wird alt und grau.

   

II. Die Meister fallen wie Blätter Ein Blatt, das fällt: Klaus Wenda ging. Ein zweites sank: Gerald Sladek schwingt nicht mehr den Geist durchs Linienfeld. Ein drittes: Schmoll, der leis’ entstellt vom Herbstwind in die Tiefe sinkt. So fällt, was einst in Höhen blinkt. Die Krone lichtet sich im Raum — ein kahler wird der alte Baum.

 

III. Die letzten gelben Blätter Doch einige, vom Frost verschont, sind übrig noch, vom Wind bewohnt. Sie hängen gelb, schon mürb’ und fein, und flüstern leise, ganz allein. Sie stehen in dem Walled Garden, wo sie sich selbst noch weiter warden. Kein junger Trieb wächst nach im Land, kein frischer Zweig, der neu entstand.

   

IV. Die digitale Welt sieht weg Die Welt da draußen scrollt vorbei, ihr ist die Kunst nicht einerlei — sie ist ihr nichts. Kein Klick, kein Blick, kein Algorithmus kehrt zurück zu jenem Baum, der langsam stirbt, weil niemand seine Früchte wirbt. Die digitale Welt, so kühl, hat für das Alte kein Gefühl.

 

V. Das Verschwinden der Spuren Die Spuren, die im Netz einst glühten, verblassen nun in leisen Blüten. Was heute noch in Daten steht, ist morgen fort — vom Wind verweht. Im Google-Meer, so tief und weit, versinkt die Kunst der alten Zeit. Am Meeresgrund der Suchmaschinen wird niemand mehr die Werke finden.

   

VI. Das Jahr 2035 Und 2035 dann, wenn kaum noch einer sagen kann, wie einst ein Matt in fünf entstand, wie man ein Echo-Thema fand, wird’s nur noch letzte Dinosaurias geben, die atmen noch im Schach ihr Leben. Sie sammeln, was sie retten können — doch niemand wird es mehr erkennen.

 

VII. Das vergebliche Archivieren Dann eilt man plötzlich, spät und bang, zu retten, was jahrzehntelang in stillen Händen weiterging. Doch Archivieren ist ein Ding, das Komponisten nie beherrscht: sie schufen — doch sie sicherten nicht. So bleibt der Baum im Garten stehen, und keiner wird sein Fallen sehen.

 

VIII. Das Ende einer Kunstform So stirbt nicht Feuer, laut und schnell, so stirbt ein Herbstblatt, leis’ und hell. Ein letztes Drehen in der Luft, ein Hauch von Schönheit, mildem Duft. Dann sinkt es nieder, ohne Klang — ein Schwanengesang, so still und lang. Die Problemschachkunst, einst ein Traum, vergeht wie Blätter an dem Baum.

Source: Kunstschach in Oberösterreich (problemschach.at)

 

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