Leichte Musik / Easy-Listening-Genre
Leichte Musik / Easy-Listening-Genre
Leichte Musik (Light Music) als Begriff existiert bereits seit dem 18.–19. Jahrhundert – Walzer, Salonmusik, Operetten usw.
Die moderne Easy-Listening- / Mood-Music- / Pop- oder Estradenmusik als eigenständiges kommerzielles Genre kristallisierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg heraus.
Als erstes echtes „Mood-Music“-Album gilt häufig Paul Westons Music for Dreaming, das im Mai 1945 erschien – eigens geschaffen, um beim Hörer eine ruhige Atmosphäre zu erzeugen. Es handelte sich um ein Set aus vier 78-rpm-Schallplatten (Capitol BD 9) und wird als eines der ersten echten Mood-Music- / Easy-Listening-Alben angesehen.
In den 1950er–1960er Jahren blühte das Genre mit Mantovani, Percy Faith, Bert Kaempfert, Ray Conniff und anderen auf.
Das amerikanische Radioformat „Beautiful Music / Easy Listening“ wurde in den 1960er–1970er Jahren sehr populär.
Die bedeutendsten und bekanntesten Orchester der Welt
(in historischer Reihenfolge nach Gründung oder Beginn der größten Popularität):
Glenn Miller Orchestra
Gegründet 1938. Goldene Zeit: 1939–1942. (Miller selbst verschwand 1944, doch das Orchester unter seinem Namen existiert bis heute.)
Mantovani and His Orchestra
Bereits seit den 1930er Jahren aktiv, doch der echte internationale Ruhm und der „Cascading Strings“-Stil kamen in den 1950er Jahren.
Percy Faith and His Orchestra
Beliebt ab Ende der 1940er / 1950er Jahre (besonders 1950er–1960er Jahre).
Ray Conniff Orchestra & Singers
Begann in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre; goldene Zeit 1960er–1970er Jahre.
Bert Kaempfert Orchestra
Große Popularität begann mit „Wonderland by Night“ (1960). Vor allem die 1960er Jahre.
James Last Orchestra
„Happy Sound“-Stil und enormer Erfolg – von Mitte der 1960er bis in die 1980er Jahre.
Paul Mauriat Orchestra
Hauptsächlicher Ruhm in der zweiten Hälfte der 1960er und in den 1970er Jahren („Love is Blue“ usw.).
André Rieu & Johann Strauss Orchestra
Orchester gegründet 1987. Internationaler Ruhm und massive Popularität – von Ende der 1990er Jahre bis heute.
Kurze chronologische Zusammenfassung
(Estraden- / Popmusik-Bigbands und Easy-Listening-Orchester)
18.–19. Jahrhundert
Die Tradition der leichten Musik nimmt Gestalt an: Walzer, Salonmusik, Operetten, Werke der Strauss-Familie. Kur- und Theaterorchester werden in Großbritannien und Europa populär.
1930er–1940er Jahre
Aufstieg der Swing- und „Sweet“-Bigbands.
Das Glenn Miller Orchestra (1938–1942) wird eines der erfolgreichsten – Hits Moonlight Serenade, In the Mood, Chattanooga Choo Choo. Miller verschwindet 1944, doch das Orchester unter seinem Namen besteht weiter.
Mai 1945
Paul Weston veröffentlicht das Album Music for Dreaming (Capitol), das als erstes echtes Mood-Music- / Easy-Listening-Album gilt – Musik, die geschaffen wurde, um eine Stimmung zu erzeugen, nicht zum Tanzen.
1950er Jahre
Das Genre festigt sich.
Mantovani entwickelt den „Cascading Strings“-Stil und wird zum internationalen Star.
Percy Faith erzielt riesige Erfolge (Theme from A Summer Place usw.).
1960er Jahre – das goldene Zeitalter des Easy Listening
Bert Kaempfert – Wonderland by Night (1960) erreicht Platz 1 in den USA.
Ray Conniff verbindet Orchester mit Chor.
James Last beginnt den „Happy Sound“ und die Non-Stop Dancing-Serie (ab 1965).
Paul Mauriat – Love is Blue (1968).
Das Genre dominiert die Radioformate „Beautiful Music“ und „Easy Listening“.
1970er–1980er Jahre
Die Popularität nimmt unter dem Einfluss von Rock und Disco allmählich ab, doch James Last und andere Orchester verkaufen weiterhin Millionen von Platten, besonders in Europa.
1987 – Gegenwart
André Rieu gründet das Johann Strauss Orchestra. Ab Ende der 1990er Jahre wird es eines der erfolgreichsten modernen Orchester für leichte und Estradenmusik weltweit und verbindet Walzer, Pop und Klassik.













